Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

In Österreich erfreuen sich Online-Broker und Depotbanken wachsender Beliebtheit, da sie Anlegern einen einfachen Zugang zu Aktien, ETFs, Fonds und anderen Wertpapieren bieten. Steuereinfache Anbieter sind besonders attraktiv, da sie die Kapitalertragsteuer (KESt, 27,5 % auf Gewinne und Ausschüttungen) automatisch an das Finanzamt abführen und einen jährlichen Steuerbericht bereitstellen. Seit dem Steuerjahr 2025 gilt dafür ein neues, gesetzlich standardisiertes Format (SteuerreportingVO), das spätestens bis 31. März des Folgejahres vorliegen muss. Das spart Zeit und reduziert den Verwaltungsaufwand erheblich – die manuelle Steuererklärung für Kapitalerträge entfällt.

In diesem Beitrag vergleichen wir die sechs wichtigsten steuereinfachen Anbieter in Österreich – Flatex, Trade Republic, easybank, DADAT Bank, Erste Bank und Bank Direkt – hinsichtlich Kosten, Produkten, Sparplänen und Ordergebühren, mit aktuellem Stand Juli 2026.

Die Kurzfassung vorab: Bei den Depotgebühren hat sich seit 2025 einiges bewegt – gleich drei Anbieter (Erste Bank, DADAT Bank und easybank) haben ihre Depotgebühren mittlerweile vollständig gestrichen bzw. bis Ende 2028 ausgesetzt. Trade Republic bleibt bei den Ordergebühren vorerst führend, plant aber wegen des EU-weiten PFOF-Verbots eine Anhebung. Wer auf Kryptowährungen setzt, hat mit Flatex und DADAT Bank inzwischen zwei steuereinfache Optionen zur Auswahl.

Hinweis: Investitionen in Finanzprodukte sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Alle Angaben ohne Gewähr – Konditionen ändern sich bei Brokern regelmäßig, bitte vor einer Entscheidung auf der jeweiligen Anbieter-Website verifizieren.


Was bedeutet „steuereinfach“?

Ein steuereinfacher Anbieter hat seinen Sitz oder eine Niederlassung in Österreich und führt die KESt direkt an das Finanzamt ab, was Anleger von der manuellen Steuererklärung entlastet. Das betrifft insbesondere:

  • Kursgewinne aus Aktien, ETFs und Fonds
  • Dividenden und Ausschüttungen
  • Zinserträge auf dem Verrechnungskonto

Der große Nachteil bei Gemeinschaftsdepots oder mehreren Depots bei verschiedenen steuereinfachen Brokern: Ein automatischer Verlustausgleich über alle Depots hinweg findet nicht statt – hier ist weiterhin eine manuelle Veranlagung über die Steuererklärung nötig.


1. Flatex

Flatex bleibt einer der beliebtesten Broker in Österreich und punktet weiterhin mit dem größten Sparplanuniversum am Markt.

  • Depotgebühr: 0,00 € p.a. (Ausnahme: Verwahrgebühr für Xetra-Gold, ADR und GDR)
  • Verrechnungskonto: kostenlos
  • Ordergebühr: Staffelmodell – bis 3.500 € Ordervolumen: 5,90 €; bis 12.500 €: 9,90 €; darüber: 19,90 € (jeweils zzgl. Fremdspesen)
  • Sparpläne: über 1.200 ETF-Sparpläne sowie zahlreiche Fonds- und Aktien-Sparpläne, viele davon kostenlos
  • Update Juli 2026: Der Kryptohandel ist seit August 2025 live und läuft – wie der übrige Wertpapierhandel bei Flatex – steuereinfach. CFD-Handel über Société Générale bleibt hiervon ausgenommen und ist weiterhin nicht steuereinfach.
  • Neukundenaktion: aktuell 20 Free Trades bei Depoteröffnung (3 Monate gültig)

Vorteile: Kostenloses Depot, riesiges Sparplanangebot, jetzt auch steuereinfacher Kryptohandel. Nachteile: Ordergebühren im Staffelmodell, kein einheitlicher Flatpreis wie bei manchen Wettbewerbern.


2. Trade Republic

Trade Republic ist weiterhin der Fixpreis- und Zins-Champion unter den steuereinfachen Anbietern in Österreich.

  • Depotgebühr & Verrechnungskonto: 0,00 €
  • Ordergebühr: aktuell 1,00 € pro Trade (zzgl. Fremdspesen). Update Juli 2026: Trade Republic hat infolge des EU-weiten PFOF-Verbots eine Anhebung auf 2,00 € angekündigt – der genaue Umsetzungszeitpunkt stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
  • Sparpläne: alle ETF-, Aktien- und Krypto-Sparpläne kostenlos
  • Zinsen: 2,25 % p.a. auf das gesamte, unbegrenzte Cash-Guthaben für Bestandskunden (seit 17. Juni 2026); Neukunden erhalten aktuell sogar 3,00 % p.a. Die Zinsen werden täglich berechnet und monatlich ausgezahlt.
  • Einlagensicherung: Das Cash-Guthaben liegt auf Sammelkonten bei mehreren europäischen Partnerbanken, jeweils mit nationaler Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank
  • Steuereinfachheit: seit rund einem Jahr auch in Österreich etabliert, inklusive automatischer Abführung der Krypto-Steuern

Vorteile: Niedrigste Fixgebühren am Markt, attraktive Guthabenverzinsung, einfache App-Bedienung. Nachteile: Eingeschränktes Fondsangebot, angekündigte Ordergebühr-Erhöhung, Guthaben nicht bei Trade Republic selbst, sondern bei Partnerbanken verwahrt.


3. easybank

Die easybank – seit der abgeschlossenen Fusion mit der Hello Bank Teil der BAWAG-Gruppe – bleibt vor allem für Wiener-Börse-Trader attraktiv.

  • Depotgebühr & Kontogebühr: 0,00 € – Update Juli 2026: easybank hat die Befreiung von Depot- und Kontogebühren bis Ende 2028 verlängert.
  • Tagesgeldkonto: 0,01 % p.a. (symbolisch)
  • Handelsplätze: starker Fokus auf die Wiener Börse
  • Kryptowährungen: derzeit nicht handelbar

Vorteile: Dauerhaft kostenloses Depot bis mindestens 2028, gute Konditionen für Wiener-Börse-Trades. Nachteile: Kaum nennenswerte Guthabenverzinsung, kein Kryptohandel.


4. DADAT Bank

Die DADAT Bank hat sich 2025/2026 spürbar weiterentwickelt und zählt inzwischen zu den umfassendsten Vollsortimentern unter den steuereinfachen Anbietern.

  • Depotgebühr: 0,00 € p.a. – Update Juli 2026: die frühere Depotgebühr von 0,09 % p.a. wurde vollständig gestrichen.
  • Verrechnungskonto: solider Bestandszins von 1,60 % p.a.
  • Kryptowährungen: DADAT hat die MiCAR-Zulassung erhalten und bietet mittlerweile kostengünstigen, steuereinfachen Kryptohandel an.
  • Ordergebühren: Update Juli 2026 – das Ordergebührenmodell für den Handel über gettex und die Baader Bank wurde zum 1. Juli 2026 auf ein FlatFee-Modell umgestellt.
  • Produktangebot: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Derivate und Krypto – einer der breitesten Produktkataloge am Markt

Vorteile: Kostenloses Depot, solide Verzinsung, breitestes Produktangebot inkl. Krypto. Nachteile: Einzeldepot-Struktur, Steuerreports werden von Nutzern gelegentlich als unübersichtlich beschrieben.


5. Erste Bank

Die Erste Bank hat mit ihrer George-Plattform 2026 eine der größten Kostensenkungen im gesamten Vergleich vorgenommen.

  • Depotgebühr: 0,00 € bis zu einem Depotwert von 50.000 € – Update Juli 2026: zuvor lag die Depotgebühr noch bei 0,48–0,96 % p.a., sie wurde also faktisch für die meisten Privatanleger gestrichen.
  • Sparplanausführung: 1,00 € pro Ausführung
  • Neu: Erste Group hat zwei eigene ETFs aufgelegt – Erste ETF Global Equities und Erste ETF US Equities
  • Kryptowährungen: nicht handelbar

Vorteile: Deutlich gesenkte Kosten, vertraute Filialbank-Anbindung über George, eigene ETF-Produkte. Nachteile: Depotgebühr-Befreiung nur bis 50.000 € Depotwert, kein Kryptohandel.


6. Bank Direkt

Die Bank Direkt punktet aktuell vor allem mit einer attraktiven Kombination aus Tagesgeldzins und Neukundenaktionen.

  • Tagesgeldkonto: 1,50 % p.a. – dauerhaft, ohne zeitlich befristete Aktionsbindung
  • Neukundenaktion: 75 € Eröffnungsbonus
  • Depotgebühr: 0,00 € bis 31.12.2026
  • Ordergebühren: 1,00 € für die ersten 3 Monate (danach reguläre Konditionen)
  • Depotübertrag: Übernahme der Übertragsspesen bis zu 1.000 € (bei einer Positionsgröße von mindestens 1.000 €)
  • Girokonto: kostenlos ab einem Depotstand von 10.000 € oder bei monatlicher Transaktion

Vorteile: Solider Dauerzins ohne Zeitlimit, großzügige Neukundenkonditionen inkl. Übertragsspesen-Übernahme. Nachteile: Depotgebührenbefreiung zeitlich befristet bis Jahresende 2026, danach reguläre Konditionen prüfen.


Vergleichstabelle: Steuereinfache Broker in Österreich (Stand Juli 2026)

AnbieterDepotgebührOrdergebührZinsen VerrechnungskontoKrypto steuereinfach
Flatex0,00 €*Staffel: 5,90 € / 9,90 € / 19,90 €Ja
Trade Republic0,00 €1,00 € / 2,00 €2,25 % (Bestand) / 3,00 % (Neukunden)Ja
easybank0,00 € (bis Ende 2028)0,01 %Nein
DADAT Bank0,00 €FlatFee (gettex/Baader, seit 1.7.2026)1,60 %Ja
Erste Bank0,00 € (bis 50.000 €)Sparplan: 1,00 €Nein
Bank Direkt0,00 € (bis 31.12.2026)1,00 € (3 Monate Neukunden)1,50 %Nein

*Ausnahme: Verwahrgebühr für Xetra-Gold, ADR, GDR. Alle Gebühren zzgl. marktüblicher Spreads, Produktkosten und Fremdspesen (z. B. 0,03 % Wiener Börse, 0,00504 % + 1,25 € Xetra). Angaben ohne Gewähr, Stand Juli 2026.


Vergleichstabelle: Produktvielfalt der steuereinfachen Broker (Stand Juli 2026)

AnbieterAktienETFsFondsAnleihenDerivateKryptoGratis-ETF-SparpläneHandels-
plätze
Flatex✓ (rund 1.500)40
Trade Republic*✓ (alle ETFs)30
easybankk. A.
DADAT Bank✓ (rund 310)26
Erste Bank✗ (1 € je Ausführung)46
Bank Direkt✓ (ab 100 €/Monat)65

Angaben ohne Gewähr, Stand Juli 2026. „k. A.“ = keine verlässliche Angabe zur genauen Anzahl gefunden, bitte direkt beim Anbieter erfragen. * = eingeschränkt

Kurz eingeordnet: Bei der Produktvielfalt liegen DADAT Bank und Flatex vorn – beide bieten mittlerweile die volle Bandbreite von Aktien bis Krypto steuereinfach an. Trade Republic punktet zwar mit Anleihen bereits ab 1 € und einem breiten Krypto-Angebot, ist beim Fondsangebot aber bewusst eingeschränkt, da der Fokus klar auf Aktien und ETFs liegt. Erste Bank und easybank bleiben ohne Kryptohandel, decken dafür aber klassische Anlageklassen solide ab. Bank Direkt sticht mit dem größten Fondsuniversum (~4.000) hervor. Bei den Handelsplätzen bieten alle mittlerweile eine große Auswahl. Bei den kostenlosen ETF-Sparplänen bieten Flatex und Trade Republic die größte Auswahl, während Erste Bank hier mit 1 € pro Ausführung die einzige Ausnahme ohne echte Gratis-Sparpläne ist.


Fazit: Welcher Broker passt zu dir?

Steuereinfache Broker und Depotbanken machen das Investieren in Österreich einfach und effizient – und die Kostenstruktur hat sich 2025/2026 spürbar zugunsten der Anleger entwickelt. Für Vieltrader mit Fokus auf niedrige Ordergebühren bleibt Trade Republic unschlagbar, auch wenn die angekündigte Preiserhöhung im Blick behalten werden sollte. Wer ein möglichst breites Produktangebot inklusive Kryptowährungen sucht, ist bei Flatex oder der DADAT Bank gut aufgehoben – beide sind inzwischen kostenlos im Depot und bieten steuereinfachen Kryptohandel. Für Wiener-Börse-Trader bleibt easybank durch die bis 2028 verlängerte Gebührenbefreiung attraktiv, während die Erste Bank mit der gestrichenen Depotgebühr endlich auch für Direktbank-Umsteiger interessant wird. Bank Direkt eignet sich besonders für alle, die von einem soliden Dauerzins profitieren wollen.

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Hinweis: Investitionen in Finanzprodukte sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Alle Angaben ohne Gewähr.

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